4 Tools zum Testen der Webseiten-Performance

Egal, ob es sich um eine reine Unternehmens-Webseite, einen E-Shop oder eine komplexe Web-Anwendung handelt: Entwickler stehen immer vor der Herausforderung, gute Performance und schnelle Ladezeiten sicherzustellen. Besonders wenn eine Webseite oder -Anwendung von einem breiten Internet-Publikum benutzt werden soll, müssen Inhalte so schnell wie möglich geladen werden. Neben den ohnehin schon großen Herausforderungen für Entwickler, eine passende Architektur zu wählen, sich über Nutzer-zentriertes Design (UI / UX) Gedanken zu machen und die passenden Technologien und Frameworks zu verwenden, müssen sie sich auch noch tiefgehend mit der Frage beschäftigen, wie gut skalierbar und performant ihr Ergebnis am Ende sein soll. Und genau für diesen Zweck stellen wir hier 4 interessante und aus unserer Sicht extrem hilfreiche Tools vor.

Anmerkung des Autors: JavaScript wird als Frontend-Framework immer beliebter, in diesem Kontext können Informationen speziell zur Performance-Optimierung von JS interessant sein. Aber JavaScript sollte immer mit einem Quäntchen Vorsicht verwendet werden, da es großen Einfluss auf Rankings in den Suchmaschinen-Ergebnissen (SERP) haben kann.

Tools für das Testen von Webseiten-Ladezeiten

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Um Performance richtig einzuschätzen, braucht man vernünftige Tools. Selbst wenn Sie kein Entwickler, sondern der Projektleiter oder Business Analyst für ein bestimmtes Web-Projekt sind, können und sollten sie damit relevante Daten generieren können. Hier also unsere Top 4 Liste:

  1. Google Chrome DevTools – ist das wohl beliebteste Tool bei Entwicklern. Mithilfe des Netzwerk Tabs können Sie eine Vielzahl an Informationen in einem wasserfallartigen Chart sammeln, die sich auf die Gesamtzahl der Requests, die DOM-Ladezeit und die Menge an transferierten KB beziehen. Dieser Artikel kann Ihnen dabei helfen, neue Analyse-Möglichkeiten innerhalb des Tools zu entdecken.
    GTmetrix – ist eine Online Anwendung, die Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung einer Webseite liefert. Das Handling ist einfach und schnell. Zum Lieferumfang gehören u.a. die Google Page Speed und Yahoo! Yslow Werte einschl. Verbesserungsvorschlägen sowie das Wasserfall-Chart, das auch bei Google Chrome angezeigt wird. Dabei kann ein Verständnis darüber, wie Ressourcen laden und warum HTTP und HTTPS Versionen kombiniert die Ladezeit erhöhen können, durchaus hilfreich sein.
  2. Pingdom Website Speed Test – ist ein wirklich einfaches Tool, das Daten wie Anzahl an Requests, Seitengröße und Ladezeit liefert, ebenso wie eine Gesamtbeurteilung der Seite basierend auf einer Anzahl von verschiedenen Parametern. Zudem erhält man eine Liste über Content Größe je Content Art, Requests je Content Art und das übliche Wasserfall-Chart.
  3. Sucuri Load Time Tester – ist eines unserer Favoriten, mit dessen Hilfe man analysieren kann, wie lange es dauert, um die Seite von verschiedenen Orten rund um den Globus zu erreichen (connect time). Das ist besonders dann hilfreich, wenn Sie über ein Upgrade des Web Hostings nachdenken oder Ihre Webseite (und die damit verbundenen Dienste oder Produkte) in neuen geografischen Märkten anbieten möchten. Eine Gesamtbeurteilung der globalen Performance auf Basis der Gesamt-Ladezeit der Seite ist ebenfalls enthalten.

Warum ist Geschwindigkeit wichtig?

Wie schon in anderen Posts auf dem Infobest Blog beschrieben, ist Geschwindigkeit wirklich wichtig, da sie einen großen Einfluss auf die Ergebnisse der organischen Suche einerseits und auch auf die Conversion andererseits hat. Das trifft natürlich auf jede Seite zu, deren Business Case von einer hohen Besucherzahl abhängt. Wer möchte schon viel Zeit und noch mehr Geld in groß angelegte PPC Kampagnen investieren, um relevante User-Gruppen anzusprechen, wenn diese am Ende dann 8-10 Sekunden auf das Laden einer Seite warten müssen, auf der sie etwas kaufen sollen?

Anmerkung des Autors: Wenn Sie WordPress als Basis Ihrer Webseite einsetzen und überlegen, wie sie die Anzahl an Requests minimieren und das Caching optimieren können, wird Ihnen diese Shortlist an WP Plugins helfen: Scalability Pro | W3 Total Cache or WP Super Cache | WP Smush for image compression on upload | P3 Plugin Performance Profiler | CloudFlare WP | BJ Lazy Load.

Wenn Sie nicht genau verstehen, wie und wo sie starten sollten (Methoden und Reihenfolge) in Bezug auf Caching, Kompression oder die richtige Konfiguration des Web Hosting Accounts bzw. Servers, aber gleichzeitig andere Seiten von Mitbewerbern kennen, die in Bezug auf Performance alles richtig gemacht zu haben scheinen, dann empfehlen wir das Dareboost Tool. Geben Sie einfach zwei Seiten ein, die Sie vergleichen möchten – und los geht’s. Sie erkennen auf den ersten Blick, in welchen Bereichen eine andere Seite besser abschneidet und können dann gezielt diese Aspekte tiefer beleuchten.

Schlussfolgerung

Performance Optimierung und Verbesserung sind rein technische Themen und müssen von Entwicklern adressiert werden. Häufig messen diese aber den Performance Aufgaben wenig Gewicht bei, sei es weil sie ohnehin zu wenig Zeit für die eigentliche Entwicklung haben oder schlichtweg das Thema als nicht so relevant einschätzen. Und genau an dieser Stelle können Ihnen – gerade als Projektverantwortlicher oder Business Analyst – diverse Tools dabei helfen, selbst zu erkennen und zu verstehen, wo noch Handlungsbedarf besteht. Dank guter Analysen und klarer Empfehlungen können Sie Ihre Entwickler auch gezielt in die richtige Richtung lenken. Denn eine schnelle Seite bedeutet fast immer mehr Besucher und mehr Conversions. Damit ist Performance genauso wichtig wie die Wahl der richtigen Architektur, die Erstellung von ansprechenden User Interfaces und eine vernünftige Programmierung.

Unsere vorgestellten Tools sind natürlich nur eine kleine Auswahl. Womit arbeiten Sie gerne? Welche Erfahrungen haben Sie mit anderen Tools gemacht? Wir freuen uns über Ihr Feedback.

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